ReNatour - Reisen mit Verantwortung
ReNatour steht seit 1994 für nachhaltigen Tourismus in Reinkultur. Als alternativer Reiseveranstalter mit Schwerpunkt auf Familienurlaub verbindet das Unternehmen authentische Naturerlebnisse mit konsequent gelebter Nachhaltigkeit – von klimafreundlicher Anreise bis zu sozialverträglichen Angeboten. Mit Themen wie Urlaub ohne Flugzeug, Tourismus und Menschenrechte und Zero-Waste im Reisen setzt ReNatour Maßstäbe für verantwortungsbewusstes, zukunftsfähiges Reisen.

INTERVIEWER
What do you consider to be sufficiency-oriented economic activity?
ReNatour
Das ist eine gute Frage – und ehrlich gesagt war mir der Begriff suffizienzorientiertes Wirtschaften vor eurer Anfrage gar nicht geläufig. Ich konnte mir natürlich anhand des Wortes denken, worum es geht, aber als feststehender Begriff ist er mir bisher nicht begegnet.
INTERVIEWER
Ist für euch der Begriff maßvolles Wirtschaften greifbarer und passender?
ReNatour
Ja, natürlich – maßvolles Wirtschaften ist für mich sehr greifbar. Das Thema begleitet uns im Grunde seit Beginn unserer Arbeit. Schon damals stand auf unseren Fahnen: umwelt- und sozialverträglicher Tourismus. Früher nannte man das „sanften Tourismus“, heute spricht man von „nachhaltigem Tourismus“. In all diesen Begriffen steckt im Kern das Gleiche: ein bewusster, verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen und Menschen. Maßvolles Wirtschaften ist also kein Zusatz, sondern ein wesentlicher Bestandteil dessen, was wir seit jeher unter Nachhaltigkeit verstehen.
"Maßvolles Wirtschaften ist also kein Zusatz, sondern ein wesentlicher Bestandteil dessen, was wir seit jeher unter Nachhaltigkeit verstehen."
INTERVIEWER
Welche Suffizienzmaßnahmen werden in eurem Unternehmen umgesetzt?
ReNatour
Ja, da fällt mir sofort das Thema Fliegen ein. Wir haben mittlerweile die
CO2-Kompensation fest in unsere Preisgestaltung integriert – also die tatsächlichen, oft ausgeblendeten externen Kosten. Früher haben wir auf Freiwilligkeit gesetzt und waren damit im Vergleich zu anderen Reise- veranstaltern recht erfolgreich: Etwa 20 bis 25 Prozent unserer Gäste haben kompensiert. Trotzdem blieb das Potenzial begrenzt. Heute ist die Kompensation standardmäßig im Reisepreis enthalten, weil es sich schlicht um reale Kosten handelt, die Verantwortung widerspiegeln. Auch wenn sie nicht direkt sichtbar sind, gehören sie für uns konsequent dazu.
INTERVIEWER
Wie haben die Kund*innen reagiert, als ihr den CO2-Preis integriert habt?
ReNatour
Das Überraschende ist: Es gibt kaum Reaktionen. Unsere Kund*innen nehmen die integrierte CO2-Kompensation einfach hin. Wir kommunizieren offen darüber – nach dem Motto
„Tue Gutes und sprich darüber“ – aber es entsteht kaum Resonanz. Selbst unsere umweltbewussteren Gäste reagieren selten darauf, abgesehen von ein paar wenigen, die das Thema vertiefen möchten. Die Mehrheit akzeptiert es schlicht als Teil des Angebots. Es gibt weder Protest noch großen Gesprächsbedarf – es wird einfach selbstverständlich mitgetragen.