Wie gut kennst Du Dich schon mit Suffizienz und maßvollem Wirtschaften aus?
Starte unseren Mythen-Check und finde es heraus.
Behauptung 1
Suffizienz bedeutet, wir müssten alle wie die Steinzeitmenschen leben.
RICHTIG ODER FALSCH?
KLICKE WEITER ZUR AUFLÖSUNG.
Falsch.
Suffizienz bedeutet: ein gutes Leben für alle. Damit das möglich ist, müssten vor allem jene, die überdurchschnittlich viel konsumieren, ihren Verbrauch reduzieren. Wenn alle Menschen so leben würden wie die Deutschen, wären 3 Planeten nötig, um diesen Lebensstil dauerhaft zu ermöglichen.
Suffizienz heißt deshalb auch: anders leben – mit weniger Fokus auf Konsum und mehr Wertschätzung für immaterielle Güter wie Bildung, Pflege und Kultur. Moderne Errungenschaften wie Medizin und Technologie sollen dabei durch geeignete politische Steuerung für alle zugänglich bleiben.
Behauptung 2
Maßvolles Wirtschaften ist in allen Branchen der Wirtschaft möglich.
RICHTIG ODER FALSCH?
KLICKE WEITER ZUR AUFLÖSUNG.
Richtig.
Die Strategien, mit denen Unternehmen maßvolles Wirtschaften umsetzen können, sind vielfältig – und sowohl für das produzierende Gewerbe als auch für Dienstleistungsunternehmen relevant.
In der Datenbank „Business for sufficiency“ findest Du konkrete Beispiele aus Branchen wie dem Baugewerbe, der Modeindustrie oder der Unternehmensberatung, die zeigen, wie solche Strategien in der Praxis aussehen können.
Behauptung 3
Wenn mein Unternehmen maßvoll wirtschaftet, darf es nicht wachsen.
RICHTIG ODER FALSCH?
KLICKE WEITER ZUR AUFLÖSUNG.
Falsch.
Maßvolles Wirtschaften und Suffizienz bedeuten nicht, dass Unternehmen nicht mehr wachsen dürfen. In suffizienzorientierten Unternehmen wird Wachstum allerdings nicht priorisiert. Statt auf reines Gewinnstreben setzen diese Unternehmen darauf, auf nachhaltige Weise gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen.
Dabei gehen sie ganz unterschiedlich mit dem Thema Wachstum um: Zum Beispiel streben einige bewusst Wachstum an, um nicht-nachhaltige Konkurrenten vom Markt zu verdrängen. Andere wiederum sehen Wachstum nicht als notwendig an – sie unterstützen lieber gleichgesinnte Unternehmen, um gemeinsam als Gruppe an Einfluss zu gewinnen.
Mehr Informationen zur Rolle von Wachstum in suffizienzorientierten Unternehmen findest Du im Paper „How to Survive in a Growth-Oriented Economy (2025)“.
Behauptung 4
Maßvolles Wirtschaften ist nur in kleinen Unternehmen möglich – große Firmen können das nicht.
RICHTIG ODER FALSCH?
KLICKE WEITER ZUR AUFLÖSUNG.
Falsch.
Zwar sind viele Unternehmen, die suffizienzorientiert wirtschaften, kleine und mittelständische Unternehmen, doch es gibt auch Beispiele großer Unternehmen, die sich dem Prinzip der Suffizienz verpflichten.
Ein bekanntes Beispiel ist das US-amerikanische Outdoor-Unternehmen Patagonia: Vor einigen Jahren veröffentlichte es am Black Friday eine vielbeachtete Anzeige mit dem Aufruf „Don’t buy this jacket“. Ziel war es, Konsument*innen zum Nachdenken über ihren tatsächlichen Bedarf anzuregen. Seitdem boykottiert Patagonia den umsatzstarken Verkaufstag und fördert einen bewussteren Konsum – unter anderem durch Reparaturservices, Second-Hand-Angebote und langlebige Produktgestaltung.
Behauptung 5
Sogar das französische McDonald’s hat eine Suffizienzstrategie.
RICHTIG ODER FALSCH?
KLICKE WEITER ZUR AUFLÖSUNG.
Richtig.
In Frankreich ist das Konzept der Suffizienz („sobriété“) seit der Energiekrise 2022 in der breiten Gesellschaft angekommen. Damals rief die Politik dazu auf, Energie zu sparen – und betonte, dass man nur das konsumieren solle, was wirklich nötig ist. Suffizienz wurde dadurch zu einem politischen Thema. Seitdem ist der Begriff auch in Unternehmen angekommen – sogar bei Konzernen wie McDonald's. Das Unternehmen präsentierte eine Suffizienzstrategie, um seinen Energieverbrauch zu senken.
Doch Suffizienz bedeutet mehr als nur Energiesparen: Auch der Verbrauch von natürlichen Ressourcen wie Wasser und Wertstoffen wie Metall oder Plastik muss reduziert werden. Hier besteht bei McDonald’s bekanntermaßen Nachholbedarf.